Nostalgieseite

Libanontauben in der Literatur

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Schwarz-weißbindig mit

weißer Schwanzbinde

Libanontaube nach Schachtzabel 1925 Libanontaube nach Schachtzabel 1925
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Libanontaube mit

weißer Schwanzbinde

Libanontaube Foto Levi 

 aus dem Buch "The Pigeon"

Libanontaube Foto Levi 

 aus dem Buch "The Pigeon"

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Libanontauben aus dem "Handbuch der Taubenrassen" von Joachim Schütte 2.Auflage 1975
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Blau weißbindig mit

weißer Schwanzbinde

Schwarz weißbindig mit

weißer Schwanzbinde

Rot mit Spiegelschwingen und 

weißer Schwanzbinde

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Deutsche Geflügelzeitung 1984 Rot mit Spiegelschwingen und 

weißer Schwanzbinde

Rot mit Spiegelschwingen und 

weißer Schwanzbinde

 

 

Die Libanon-Taube

Aus der Geflügelbörse Nr.22 vom August 1892

Die Libanontauben sind in Größe und all-gemeiner Körperform den Hannoverschen oder Bremer Weißschlag-Tümmlern fast ganz gleich.

 Der Schnabel ist lang und weiß, die Stirn schmal und flach, der Schädel wenig abgeflacht; die Augen mehr klein als groß und etwas 

tiefliegend, von gelbrother bis braunrother Farbe; der schmale nackte Augenrand weiß, der Hals ziemlich kurz und breit, unter der Kehle 

eine kleine Wamme bildend, wodurch der Oberhals breit erscheint; die Brust ist ziemlich breit, jedoch wenig hervortretend; der Rücken

 flach, gerade und zwischen den Schultern breit, nach dem Schwanze zu schmal verlaufend; die Flügel sind mittellang und reichen bis

 circa 2 cm von der Schwanzspitze, sie werden nur lose am Körper getragen und legen sich die Spitzen nicht auf, sondern neben den

 Schwanz; der Schwanz ist mittellang und mittelbreit und zählt 12 Federn; die Füße sind kurz, unbefiedert und von rother Farbe, die

Schenkel nicht hervortretend, sondern in den Federn versteckt. Was Farbe und Zeichnung anbetrifft, so sahen wir bisher 

Blaugeschuppte, genau wie Blondinetten gezeichnet, Schwarze mit wießen Binden, Rothgeschuppte und einfarbig Rothe. Dem 

letzteren Farbschlage gehören die in unserm Besitz befindlichen an; diese Farbe ist intensiv blutroth, grünglänzend, selbst 

Bürzel-, Bauch- und Aftergefieder ist blutroth. Die Flügelfedern erster Ordnung sind, soweit sie bei geschlossenen Flügeln sichtbar

 erscheinen, weiß mit ganz schmaler rother Säumung, die sich nach der äußersten Spitze zu verbreitert. Der Schwanz ist ebenfalls

 intensiv blutroth, an der Spitze mit großem, weißem Spiegel. Dieser weiße Spiegel muß an den Seiten und der äußersten Federspitze

 mit einem rothen Saum umgeben sein. Wer die Schwingen- und Schwanzzeichnung der Blondinetten kennt, kann sich leicht einen 

Begriff von der beschriebenen Zeichnung der Libanontauben machen, da sie jenen ganz gleich ist. Der Anblick einer fliegenden

 Libanontaube ist überraschen schön, da dann die wunderbaren Zeichnungen des Schwanzes und der Schwingen erst recht zur Geltung kommen. Das Temperament der Libanontaube ist Scheuheit, verbunden mit überraschend schnellen Flugbewegungen. Wir sind 

überzeugt, daß diese Taubenart viel wildes Blut in ihren Adern hat. Wir haben aber auch den unanfechtbaren Beweis in Händen, 

daß es eine der constantesten Taubenarten ist, die überhaupt existiren, denn die Nachzucht der in unserm Besitz befindlichen 

2 Paare gleicht diesen wie ein Ei dem andern. Wer die schwierige Zucht rother Tauben kennt, wird glauben, wir übertrieben bei 

unsern Angaben, dem ist jedoch nicht so, sondern wir berichten die volle Wahrheit. Wir haben von 4 Bruten leider nur 4 Junge. 

Die beiden ersten Bruten gingen in den kalten Nächten im April und Mai zu Grunde im Alter von 10-12 Tagen, als die Thiere bereits

 lange Federstoppeln hatten. Ein Thier aus dritter Zucht ging an Verdauungsbeschwerden ein. Eins der Zuchtpaare brütet noch auf

 zwei Eiern, wovon das eine faul zu sein scheint.

 

 

Zwei blaue Libanontauben, gezeichnet von C. S. Th. van Gink

 

Uns wurden die Libanontauben von Herrn Ortlepp in Magdeburg als sehr weich geschildert, wir haben dies nicht gefunden, denn unsere beiden

 im letzten Herbst importirten Paare sind nie krank gewesen und wenn die Nachzucht nicht zahlreicher aufge-kommen, so können wir dies nicht

 auf Weichlichkeit zurückführen. Mit der Zucht frisch importirter Tauben hat es immer seinen Haken im ersten Jahre, in den folgenden Jahren ist

 das Resultat fast regelmäßig ein besseres. Unsere alten Paare sind schon jetzt fast mit der Mauser fertig und berechtigt dies zu den besten

 Hoffnungen, die Thiere gut durch den Winter zu bringen.

Die Heimath der Libanontaube ist Asien und hat sie ihren Namen vom Berge „Libanon", wo sie besonders verbreitet ist. Ob diese Taubenart

 in ihrer Heimath nur als Ziervogel gehalten wird, oder auch als Flugtaube, darüber haben wir Bestimmtes nicht erfahren können.

 Als Ziertaube nimmt sie unbedingt den ersten Platz mit ein, als „Zuchtproduct" darf man sie als die Krone züchterischen Fleißes

 bezeichnen.

 

Die vorstehende Beschreibung soll nicht maßgebend sein für Beurtheilung der Race, denn ein endgiltiges Urtheil einer neuen oder neu

 eingeführten Race läßt sich erst dann abgeben, wenn die betreffende Race längere Zeit und von verschiedenen Züchtern beob­achtet ist. Wir

 wollten durch unsere Beschreibung nur zeigen, wie die Libanontauben aussehen und was man von dieser Taube als „Race" zu halten hat und

 welche Erfahrungen wir in der Zucht gemacht haben. Wir können diese sehr alte und doch wieder neue Taubenart auf das Wärmste empfehlen

 und wünschen ihr eine große Verbreitung.

Mein Sohn (Inhaber der Firma H. Marten) hat die Libanontauben importirt und ebenfalls davon gezüchtet. Auch bei diesem gleicht die

 Nachzucht den Zuchtthieren aufs Haar.

Wir würden es gerne sehen, wenn andere Züchter ihre Erfahrungen, die sie mit den Libanontauben gemacht haben in der „Geflügel-Börse"

 veröffentlichten, damit wir bald in die Lage kämen, eine „Musterbeschreibung" ausarbeiten zu können.

Zum Schluß wollen wir noch bemerkten, daß wir die Libanontauben von December bis April ausschließlich mit Gerste und ein wenig kleinen

 Mais, von da ab bis jetzt halb Gerste und halb Weizen gefüttert haben, daneben allerdings etwas geweichtes Kayfer'sches Geflügelfutter

 verabreichten. Ob unsere Fütterungsmethode die entsprechendste ist, wollen wir nicht behaupten, jedenfalls sind unsere Zuchtthiere gesund

 geblieben.

H. Marten sen.

Aus: Geflügel­Börse, Nr. 55 vom 30. August 1892

 

 

 

 

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